Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Abstracts WS 15/16

20.01.2016

Adam? Legacy: Hiding Behind Fig Leafs (Bernd Irlenbusch, Jan-Erik Lönnqvist, Alessandro Sontuoso, Gari Walkowitz)

In this paper, we investigate a specific form of inter-personal deception: moral hypocrisy. More specifically, we assess whether and under what circumstances people try to appear moral to others, while acting selfishly, and evaluate the economic consequences of such hypocritical behavior. We conduct a line of simple dictator game experiments, where the dictator has three options: she can directly implement a fair or an unfair outcome, or flip a coin in private in order to determine either outcome. Our results suggest the prevalence of moral hypocrisy. Dictators either pretend to having flipped the coin, or, if they actually used the coin, they forge the outcome of the coin flip in their best interest. This especially holds under increased public visibility of their (claimed) action. The asymmetry of information has a corruptive effect: it enhances the implementation of unfair outcomes and biases morality ratings regarding unfair outcomes upwards.

16.12.2015

Reciprocity and honesty in budgeting: An experimental Investigation (Dr. Andreas Ostermaier)

Capital budgeting and reporting are often combined to allocate resources in firms. Trust in managers? honest reports and distrustful capital rationing create an interesting tension. It is unclear how managers respond to these ambivalent signals. In keeping with prior research, we argue that reporting elicits managers? honesty. We develop a theoretical model to show that honesty spills over to inhibit managers from spiteful responses. We find, in a laboratory experiment, that subordinates spitefully sabotage feasible investments to reciprocate for capital rationing, but reporting reduces sabotage significantly. Our study ties budgeting and reporting to the psychological factors of honesty and reciprocity and helps us understand their effects in firms. From a managerial viewpoint, it highlights the value of combining budgets and reports. It is also interesting to see how sabotage of feasible investments exacerbates the underinvestment which is known to arise from capital rationing.

07.12.2015

Euram Early Career Colloquium

24.-26.02.2016 at Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Deadline for Applications: 15.12.2015

http://www.euram-online.org/community/eecc.html   

Markteintrittsstrategien bei Innovationen unter besonderer Berücksichtigung
von Preis- und Werbestrategien (Carsten Legler)

Das strategische Verhalten von Start-Up Unternehmen, die einen Branchenwettbewerb mit etablierten Unternehmen erwarten, steht im Vordergrund der Untersuchung. Das neue Unternehmen wird auf Basis einer Innovation gegründet und eröffnet damit zugleich einen neuen Markt. Das Start-Up Unternehmen sieht sich neben den bekannten Risiken bei Innovationen einer weiteren Gefahr ausgesetzt: Sofern es sich um einen erfolgversprechenden neuen Markt handelt, werden etablierte Unternehmen das Produkt oder die Dienstleistung aufnehmen und als Imitatoren dem Start-Up nachfolgen. In der Realität ist dieses Szenario oftmals anzutreffen.

Start-Ups sehen sich mit einer doppelten Unsicherheit der Konsumenten konfrontiert. Wenn sich diese schon bei der Einführung einer Innovation über deren Qualität und dem aus ihrem Konsum zu ziehenden Nutzen unsicher sind, so können die Konsumenten bei einem etablierten Unternehmen zumindest Anhaltspunkte aus dessen bisherigem Angebot und der dabei wahrgenommenen Qualität nehmen und versuchen, daraus Rückschlüsse auf das neue Angebot zu ziehen. Hingegen ist bei einem neuen Unternehmen dieser Rückschluss ausgeschlossen.

Diese Problemstellung kann als eine mit asymmetrisch verteilten Informationen hinsichtlich des Wissens über die wahre Produktqualität und des Verhaltens des neuen Anbieters beschrieben werden. Es zeigt sich eine Prinzipal-Agenten-Beziehung unter Hidden Characteristics, wobei der Konsument als Prinzipal und das Start-Up als Agent auftreten. Grundsätzlich kann das Problem über die vollständige Reduktion der Unsicherheit gelöst werden. Einen Vorteil besitzt hierbei das etablierte Unternehmen, da die Konsumenten bereits eine Einschätzung aus dessen bisherigem Angebot vornehmen und eine Übertragung ihrer Erfahrungen auf das neue Produkt vornehmen können. Dem Innovator steht diese Übertragungsmöglichkeit nicht zur Verfügung. Daher wird davon ausgegangen, dass das Start-up das Senden von Signalen über die Qualität und Word-of-Mouth-Kommunikation als Instrumente zur Lösung der Hidden-Characteristics- Problemstellung anwendet.

Als Basis zur Behandlung des geschilderten Problems werden die Ansätze von Kalish (1985) zur Zahlungsbereitschaft unter Unsicherheit, Bagwell und Riordan (1991), die die Signaleigenschaften des Preises etablieren, und Nelson (1974), der die Signalfunktion von Werbeausgaben aufzeigt, verwendet und erweitert. Bisher basiert die Literatur allerdings darauf, dass ihren Untersuchungen jeweils nur ein isoliertes Signal zu Grunde liegt. Um jedoch die Unsicherheit der potentiellen Konsumenten best- und schnellstmöglich zu reduzieren, wird im vorliegenden Modell davon ausgegangen, dass das neu gegründete Unternehmen das Preis- und das Werbesignal gemeinsam nutzt.

Zielsetzung der Arbeit ist es zu untersuchen, wie sich ein innovatives neues Unternehmen unter Verwendung von Preis- und Werbesignalen zur Beeinflussung der Qualitätswahrnehmung der potentiellen Konsumenten in einem neuen Markt im Zeitverlauf etablieren kann. Die numerische Optimierung zur Lösung der analytischen Fragestellungen erfolgt iterativ mithilfe von Computersimulationen als abwechselnde Optimierung der Aktion des einen Spielers auf die Reaktion des anderen Spielers. Die Ausbreitung der Innovation wird über einen Diffusionsprozess modelliert.

Im Ergebnis werden auf Basis der getroffenen Annahmen optimale Preis- und Werbestrategien abgeleitet, mit denen das neue Unternehmen eine Etablierung erreichen kann. Darüber hinaus werden Handlungsempfehlungen zur Preissetzung und zur Höhe der Werbeausgaben im Zeitverlauf für verschiedene Marktkonstellationen gegeben. Weiterhin werden Strategievorschläge für Szenarien mit Unterschieden in der tatsächlichen Produktqualität zwischen den beiden Kontrahenten sowie mit Variationen in der Signalwirkung abgeleitet. Darüber hinaus ergeben sich differenzierte Handlungspolitiken aus den Betrachtungen von verschiedenen übertragenen Höhen einer unsicherheitsreduzierenden wahrgenommenen Qualität des etablierten Unternehmens.

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